Donnerstag, 20 April 2006 In Flames – Hamburg (Docks Club)

22. Mai 2007 at 4:01 pm (Hauptblog, Konzerte)

Eines schönen Tages fragte mein Kumpel Kai mich, ob ich nicht Lust hätte zu In Flames in Hamburg zu fahren?! Nach ein paar Tagen Hin- und Her-überlegen entschied ich mich dann, mitzukommen. Er bestellte die Karten und ungefähr einen Monat vor dem Konzert fing ich an, fast nur noch In Flames zu hören. Am Tage des Konzertes waren Aufregung und Vorfreude groß und gegen 17:10 Uhr standen JD und Kai vor meiner Tür, von wo es geradewegs nach Elsfleth weiter ging um, Jens und Jörn abzuholen. Bei der gelegenheit wurde die Karre noch mal aufgetankt und unsere Fahrgäste brachten kühles Bier mit.

Da wir diesen Umweg in kauf nehmen mussten, blieb uns nichts anderes übrig, als die Weser mit der Fähre zu überqueren (alternativ hätten wir durch den neuen Wesertunnel fahren können, hätten wir nicht noch bei den beiden auftauchen müssen. Irgendwo auf der Strecke nach Hamburg kam ein LKW auf einem Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn und dachte wohl, wir würden zur Seite fahren um ihm Platz zu machen. Das geschah aber nicht, und da er nicht rüber konnte musste er ganz schön in die Bremsen gehen, was auch deutlich zu vernehmen war! Ein paar momente später und der arme Kerl wäre abgeschmiert… Wir unterhielten uns dann noch eine Weile über den Vorfall und stellten Theorien auf, nach denen er jeden Moment seine Heckklappe öffnen und eine Flugzeugturbine zum Vorschein kommen, mit Hilfe derer er uns einholen und rammen würde.

Im Auto wurde natürlich nur In Flames gehört und nach 1,5 bis 2 Stunden erreichten wir unser erstes Ziel: Hamburg. Danach begann die Suche nach der Location und nach einem Parkplatz… Letztere entpuppte sich als zeitaufwändiger, als wir zunächst annahmen und obwohl wir bereits um 19:10 Uhr da waren (um 18:00 Uhr war Einlass), fanden wir erst um kurz vor 8 einen Parkplatz in einem Parkhaus (Kosten: pauschal 5€, kann man nicht meckern).

Gegen 20:00 Uhr fanden wir dann endlich Einlass, in die heiligen Hallen und nur einige Minuten später betraten Sepultura , die, wie ich später herrausfand, zweite Vorband die Bühne und rockten die Bude! So gern ich auch mitgemacht hätte, ich wusste genau, dass ich schon tot sein würde bevor In Flames überhaupt den Weg auf die Bühne fänden. Aus diesem Grund hielt ich mich für die Länge ihres Auftrittes dezent zurück und beschränkte meine Aktivität auf ein leichtes Headbangen.

Gegen Ende besagten Auftrittes betrat ein Gastmusiker die Bühne und spielte einen Song mit. Es war Björn, Gitarrist von In Flames! Wie zu erwarten gebührte die bereits tobende Menge diesen Auftritt mit einem noch größeren Toben!

Irgendwann während Sepulturas Auftritt, kam ein Mann auf die Bühne. Seines Zeichens Roadie. Dies geschah zwar öfters, aber einmal war sein Erscheinen besonders unerfreulich: Völlig entkleidet (nackt) kam er mit einer Gitarre auf die Bühne, um sie einem Bandmitglied zu überreichen… Das alleine wäre schon schlimm genug, fürwahr! Aber das war nicht alles. Er war auch noch fett und hässlich! Da meinte der Gittarist doch plötzlich, „Das ist eine schöne Moan!“, mit einem Lächeln im Gesicht das den Papst davon überzeugt hätte, Moslimisch zu werden… Sofort bei Erspähen besagten Individuums verkroch ich mich aber hinter einer Wand aus Menschen und holte einmal tief Luft…

Letztendlich mussten auch Sepultura mal gehen und sie verabschiedeten sich vom Publikum. Der Drummer war noch schnell seine zwei Drumsticks ins Publikum und weg waren sie. Stattdessen war es mal wieder Zeit für ’nen Bühnenumbau und Soundcheck. Zeit für eine kleine Pause.

Das Licht ging aus. Ein weißer (durchsichtiger) Vorhang hing vor der Bühne und alles jubelte. Man sparte nicht mit effekten und so erstrahlte der Vorhang zunächst in einem grellen rot, danach in einem blau. Dann erschien die erste Gestalt schattenhaft auf dem Vorhang. Jens und ich verloren keine Zeit und kämpften uns bis in die Mitte vor, von wo aus wir beabsichtigten nach vorne durchzudringen. Dort trafen wir auch meinen Klassenkameraden Arne, welcher auch Fotos gemacht hat, wovon ich einige angehangen habe. Die anderen waren irgendwo verstreut… Es begann also wie bereits erwähnt mit einem Schattenspiel und bald nach der ersten erschien auch die zweite Person auf der Leinwand. Dann die dritte… begleitet von „Your Bedtime Story Is Scaring Everyone“. Man sparte nicht mit effekten und so erstrahlte der Vorhang zunächst in einem grellen rot, danach in einem blau, bis er schließlich viel. „Pinball Map“-time! Das war DIE gelegenheit sich nach vorne durchzukämpfen, denn von der ersten Sekunde an bebte die Halle und die Poger waren nicht mehr zu halten. In der tobenden Menge verging die Zeit wie im Fluge und bald war ich von Jens getrennt und fand mich, ziemlich ramponiert, in einer der ersten Reihen wieder. Das Gefühl beim Pogen war einfach unbeschreiblich… Doch nun war ich völlig außer Atem und nach Luft schnappend „glitt“ ich durch die Reihen nach rechts, wo weniger los war. Dort gönnte ich mir 2-3 Lieder eine Pause, welche aber nicht reichte, da ich innerlich fast vertrocknet war nach der Schweißschlacht. Außerdem war ich ganz alleine, ohne irgendjemanden von meinen Freunden und mit Freunden ist es ja immer am schönsten.

Noch weiter nach rechts drang ich durch um dann meine Gangrichtung um 45 Grad zu ändern und mich nach hinten durchzukämpfen. Dort erwartete ich neben einer kühlen Cola auch die anderen anzutreffen. Ich hatte Glück und fand Kai und JD auf anhieb. Letzterer fragte mich, ob er mir eine Cola holen solle (ich sah ziemlich fertig aus) und ich sagte: „Ja, aber mit extra viel Eis bitte!“. Dann verschwand er kurz und kam tatsächlich mit einem Becher Cola wieder, worin sich mindestens so viel Eis befand wie Cola. Das war wunderbar, denn das Eis wollte ich zum Essen. Es gibt nichts erfrischenderes als ein paar Eiswürfel zu kauen! Meinen Ka-Pu zog ich auch erstmal aus (Ja, ich hatte tatsächlich einen an, als ich vorne pogen war.), und band ihn mir um die Hüften.

Den Rest des Konzertes verbrachte ich dann hinten mit den beiden hinter einer Säule, von der aus man die Bühne nicht sehen konnte. Das hat mich aber nicht weiter gestört, da ich ohnehin nur auf die Musik fixiert war und nicht auf die Band. Gemeinsam sprangen wir dann auf und ab zu „Only for the Weak“ und waren fast nonstop am headbangen.

Wenns am schönsten ist sollte man aufhören und In Flames verabschiedeten sich In Flames nach ein paar Zugaben von ihrem Publikum und verschanden hinter der Bühne. Die Masse der Konzertbesucher strömte nach draußen… und nicht nur diese. Zeitgleich strömte auch eine zweite Masse nach draußen, nämlich die Opernbesucher, fein in Anzug und Abendkleid. Das Aufeinandertreffen der zwei ungleichen Gruppen war lustig anzusehen und einige der Opernfans hatten sichtlich Furcht in den Augen, als die schwarze Welle auf sie zuschwomm.

Wieder in der Tiefgarage angekommen, wollten beide Fraktionen zur selben Zeit wieder raus, was einen riesigen Stau verursachte… Nach dem Reisverschlussverkehr-Prinzip schafften auch wir es irgendwann nach oben und raus aus diesem Loch, an dem der Astbest schon von der Decke hing. Nach weiteren Minuten rumgegurke durch die Straßen (welche total verstopft waren), fanden wir dann einen Weg nach draußen und per Navi zum nächsten Mc Donalds… Dieser hatte natürlich schon geschlossen. Es war nämlich bereits nach 24:00 Uhr. Da uns der Hunger aber bereits innerlich auffraß, war dies inakzeptabel und wir suchten weiter. Ich erinnerte mich, dass wir auf dem Hinweg an einem anderen, größeren Mc Donalds vorbeikamen und so machten wir uns auf den Weg. Tatsächlich fanden wir die Bude auch und es wurde erstmal „gefrühstückt“, bzw. Abendbrot gegessen. In dem Schnellimbiss, trafen wir auch andere, unserer Gattung an, denen es genauso ging wie uns.

Schlussendlich traten wir gegen halb 1 die Heimreise an und hörten wiederum nur In Flames. Da meinte Jörn plötzlich: „Habt ihr nicht auch was anderes, als In Flames?!“, weil nach dem Konzert eigentlich niemand mehr Lust darauf hatte. Kai öffnete das Handschuhfach und was fand der da? Eine Trance-CD! Mit deren Inhalt um die Ohren legten wir den kompletten Heimweg zurück und Jens und Jörn schienen schier begeistert (Ironie)! Außer dass wir zu schnell an einem Polizeiwagen vorbeifuhren und sowieso viel zu schnell waren, passierte auf dem Rückweg nichts spannendes mehr und so fuhren wir, an der Fähre angekommen, wieder auf die andere Seite, lieferten Jens und Jörn ab. Zu Hause angekommen war es bereits kurz vor 2 und ich viel direkt ins Bett, wo ich dann auch 2,5 Stunden schlief. Das Konzert war an einem Donnerstag und um 5 klingelte mein Wecker, da ich zur Schule musste…

Fotos: Die erste Vorband

Sepultura

In Flames

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: