Freitag, 06. Mai 2005 Schandmaul – Wilhelmshaven

22. Mai 2007 at 4:00 pm (Hauptblog, Konzerte)

Es ist jetzt ca. 01:30 Uhr.18:50 Uhr: Kai und J-D fuhren bei mir in der Absicht mich mitzunehmen vor. Ich zog schnell mein Schuhwerk an und bin dann auch ohne meinen Eltern „Lebt wohl“ zu sagen losgezogen. Im Auto angekommen saß ich dann erstmal da… bis wir Rodenkirchen erreichten (wenige Km weiter weg^^). Dort angekommen begegneten wir auch schon dem Rest des Haufens, die den Benz von Dennis‘ Eltern beschlagnahmt hatten. Offensichtlich fehlte aber eine Person, die in unserem Auto mitfahren sollte.

Durch lästiges Nachfragen fanden wir heraus, dass sich besagte Person noch im Haus befand. Nachdem einer der dort anwesenden das Geräusch einer laufenden Dusche vernahmt, stürmte Kai wutentbrannt raus und ging schnurrstraks auf das Haus zu.

Es stellete sich jedoch heraus, dass Tobi (die fehlende Person) lediglich dabei war sich zu putzen, wie er selbst vermerkt hatte.

Nun denn, die anderen waren schon vorgefahren und so waren wir auf uns alleine gestellt. Mühsam kämpften wir uns durch den dichten Straßenverkehr sämtlicher Kuhdörfer, die sich auf unserem Weg befanden, bis wir Auto Nummer zwei in Varel wieder trafen (Alle Passagiere schienen noch da gewesen zu sein).

Wir hatten zwar einen Fahrplan, an den wir uns halten wollten, es fand aber keine Absprache zwischen den zwei Mannschaften statt. Spricht: Die anderen hatten keinen, oder einen anderen Plan als wir… Sie fuhren also einen anderen Weg, als wir es vorhatten, sodass uns keine Wahl blieb. Wir sind ihnen stumpf gefolgt. :P

Irgendwie fanden wir den Weg nach Wilhelmshaven, als wir aber die Stadt erreichten ging das große Gesuche nach dem richtigen Weg los. Das Resultat war planungsloses durch die Gegend fahren, was letztendlich damit endete, dass eine Tankstelle aufgesucht wurde, um sich bei dem dortigen Personal nach dem Weg zu erkundigen. Als die zwei Jungs, die nachfragten dann wieder mit einem Lachen auf den Lippen, das nicht zu übersehen war aus der Tanke rausmarschierten, war uns allen klar: Okay, anscheinend wissen sie immernoch nicht, wo es lang geht.

Ein paar Minuten später fanden wir uns in einer mysteriösen Seitenstraße wieder, auf welcher drei potenzielle Konzertbesucher wanderten. Nach Befragung wussten wir, dass wir nur ein Paar Meter gerade aus laufen und dann links abbiegen mussten. Schon sollten wir da sein… *hust*.

Mit dieser Information versorgt stellten wir die Autos ab und machten uns auf den Weg. Einfach gerade aus und dann links rum. Offensichtlich hatten die drei aber auch keinen Plan und so mussten wir feststellen, dass wir noch unendlich weit laufen mussten… immer am Pier entlang, bis zu einer Brücke die es zu überqueren galt.

Direkt dahinter konnte man das Pumpwerk auch schon sehen. Wir gingen hin und kauften uns direkt Karten, um damit in der Halle zu verschwinden. Innen hatte sich schon eine beachtliche Menschenmenge gesammelt und zunächst war kein Durchkommen.

Zu dieser Zeit erhielt ich eine SMS von einer Bekannten aus dem Internet, die auch auf dem Konzert war. Dem Inhalt dieser SMS entnahm ich, dass sie und ihre Freundin sich quasi auf der anderen Seite aufhielten. Ein durchkommen war nicht, oder nur mit schweren Verlusten möglich. Wir schrieben noch ein Paar SMS und machten ab, uns nach dem Konzert kurz zu treffen.

Das Konzert sollte um 20:30 Uhr beginnen, jedoch trat die Band erst um 20:50 Uhr auf die Bühne, eine minimale Verspätung also, die man gut verkraften kann. Sofort ging ein großes Jubeln durch die Halle und die Hände flogen klatschend durch die Luft. Eine kleine Gruppe gröhlte währenddessen „Julia und die Räuber“ von Svbway to Sally^^. Mit den einleitenden Worten: „Das sieht geil aus!“, seitens Sänger Thomas begann das Konzert.

Das erste Lied war vielen zunächst unbekannt (oder ging es nur mir so?), wie mir freundlicherweise erzählt wurde handelte es sich hierbei aber wohl um das Lied „Dudelsack“. Die ersten Leute fingen schon an zu springen und bangen, während ein großteil noch recht eingefroren da stand. Beim zweiten Lied gab es ein Klatschgewitter und die Masse kam in Schwung!

Ich weiß die genaue Reihenfolge nicht mehr, aber es wurden folgende Lieder gespielt:

Dudelsack

Drachentöter

Teufelsweib

Herren der Winde

Die goldene Kette

der Sumpf

Hexentanz

Medley alter Folksongs

Willst du

Die letzte Tröte

Letzter Tanz

Kalte Spuren

Tyrann

Vogelfrei

Geisterschiff

Gebt Acht

Frühlingstanz

Dein Anblick

Klagelied

Walpurgisnacht

Talismann

Geisterschiff

Nach einigen Liedern konnten alle bis auf J-D, Dennis und ich weiter vorrücken, blieben aber unweit von der alten Position stecken. Jedoch beneidete ich sie dafür, dass sie dort vorne waren und wir nur hinten. J-D wollte aber nicht mit nach vorne, weil er Angst hatte, dass seine Brille schweren Schaden nehmen könnte, was mich quasi dazu zwang hinten bei ihm zu bleiben. Es war dort allerdings dermaßen langweilig, dass ich irgendann nicht mehr konnte und auch nach vorne durchgedrungen bin. J-D wollte mich zwar noch zurück ziehen, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Demnach habe ich mich nicht von dem gezerre beirren lassen und setzte meinen Weg fort. Er und Dennis sind mir dann trotzdem gefolgt, weil sie keine Lust hatten, dort hinten alleine rumzugammeln…-

Dort war die Stimmung auch gleich um einiges besser und ich fühlte mich wieder wohl in meiner Haut :). Das Vordringen war von hier aus auch um einiges einfacher, da schon einige am pogen waren und wir uns nur mit dem Strom durch die Menge pogen mussten.

Schon waren wir mitten im Geschehen und die Stimmung war genial! Wir durften uns von Liedern wie Tyrann, Herren der Winde, Walpurgisnacht und Geisterschiff beschallen lassen und kräftig pogen. Zu einigen Songs hatte Thomas ein Paar einleitende Worte auf Lager, so zum Beispiel vor „Kalte Spuren“: „Gehört ihr zu denen, die die alten Liebesbriefe ihrer Freundinen in einem Schuhkarton unter dem Bett aufbewahren?“ Darauf das Publikum: „Nein!“ Thomas: „Dann gehört ihr zu den glücklichen, die nie scheiß Geschenke bekommen haben. ICH habe einmal ein Geschenk bekommen, dass NICHT scheiße war. Das war ein Nudelsieb. Immer wenn ich jetzt Spaghetti koche muss ich an sie denken.“ Den Text vom Lied kennt man ja: „(…)Ich finde einen Brief von dir. Du schriebst ihn mir vor vielen Jahren. Bilder der Erinnerung. Nichts kann mich davor bewahren(…)“.

Einige knallhart durchgepogte Lieder später, machten sich erste Anzeichen von Erschöpfung bemerkbar und wir bahnten und den Weg durch die Menge, um an das Kühle nass zu gelangen, das an der Theke ausgeschenkt wurde. Selten war es ein so gutes Gefühl eine kühle Cola in der Hand zu halten… Wir verweilten eine Zeit an der Theke und verpassten so unter anderem „Talisman“. Viel Zeit wollten wir auch nicht mehr verlieren und nachdem wir uns erfrischt hatten ging es auch wieder hinein in die große Masse und ein weiteres Mal schlugen wir eine Schneise durch die Menge um das vordere Gebiet zu erreichen. Dort pogten dann alle fröhlich vor sich hin und ich wäre das eine oder andere mal fast umgeschmissen wurden, konnte mich also immer wieder irgendwie aufrichten. Auch wenn ich dabei zwei, drei andere als Stütze benutzen musste…

Es wurden insgesamt zwei Zugaben gespielt. In der ersten waren es mehrere, in der zweiten jedoch nur ein Lied. Ungefähr die letzen drei Stücke habe ich aus der zweiten Reihe miterlebt, weil ich durch das pogen so weit nach vorne gedrängt wurde. Das letzte Lied war „Willst Du“ und es wurde noch einmal ganz ruhig in der Halle und einige Pärchen kuschelten ein wenig (oder auch ein wenig mehr^^).

Nun war also Schluss? Es sah ganz danach aus. So machten wir uns auf den weg nach draußen. Dabei viel uns jedoch ein kleines Café am Ein-/Ausgang auf und wir ließen uns dort nieder um uns bei Liedern von anderen Mittelalterbands wie Corvus Corax und Saltatio Mortis noch einmal ein wenig zu erfrischen und auszuruhen. Ich war gerade dabei eine SMS an meine Bekannte aus dem Internet zu schreiben, als ich eine SMS von ihr erhielt. Sie befand sich noch in der Konzerthalle und fragte wo ich wohl sei. Meine Antwort kam geschwind und einige Momente später trat eine zierliche Person weiblichen Geschlechts in das Café. Meine Freunde machten mich darauf aufmerksam und auf den zweiten Blick hab‘ ich sie dann auch erkannt und bin aufgestanden, um sie zu begrüßen^^. Wir redeten dann eine Weile miteinander über verschiedene Dinge, bis unsere Horde beschloss, das Anwesen zu verlassen und die Heimreise anzutreten. Wir verabschiedeten uns und machten uns dann auf den Weg.

Wieder durten wir den ewig langen Weg zurück latschen und erschwerend hinzu kam der Regen, der unsere Kleidung durchnässte und somit das ohnehin vorhandene Gefühl des Frierens noch verstärkte! Um so größer war die Freude, als wir das Auto erreichten. Zummindest bei den meisten. Denn die Aufgabe dreier war es, das andere Auto zu bemannen. Dieses jedoch war nicht anwesend und Verzweiflung machte sich breit. Der Fahrer und sein Kumpane hatten sich schon am Ende des Konzertes abgekoppeltum, wer weiß wohin zu gehen. Es gab nun zwei Möglichkeiten: Entweder waren sie schon da und sind ohne die anderen losgefahren. Oder das Auto wurde gestohlen!

Unglücklicherweise befand sich in dem Inventar aller drei zurückgelassenen kein Objekt, dass eine Kommunikation mit den Fahrern hätte ermöglichen können. So stellte Tobi sein Handy zur verfügung. Dennis rief damit sein Elternhaus an, um die Mobilnummer seines Bruders (des Fahrers) herauszufinden. Seine Eltern wollten ihn dann auf dem Autotelefon anrufen, konnten ihn aber zunächst nicht erreichen. Uns war das egal und wir fuhren schonmal los und ließen die anderen drei dort stehen (Uns wurde versichert das das in Ordnung wäre).

Da war es dann. Das heilige „M“… Zeichen des Nobelrestaurants McDonalds. Wir verspürten Hunger und so beschlossen wir, diesem schnell einen kleinen Besuch abzustatten… SCHNELL war das Zauberwort. Nach einigen Minuten fanden wir auch endlich die Einfahrt zum McDrive. Kurzerhand wurde jedoch beschlossen, doch lieber die Räumlichkeiten aufzusuchen, wobei auch gleich der Blase ein gefallen getan werden konnte. Gespeist wurde nebenbei bemerkt auch noch ;). Der Weg nach draußen erwies sich als noch schwieriger zu finden, als der Weg rein. Nach ein bischen rumgegurke war aber auch diese Hürde genommen.

Direkt im Anschluss fuhren wir noch einmal zurück zu den anderen, um zu prüfen ob sie sich immernoch wartenderweise an dem selben Ort befanden. Dies war nicht der Fall und so konnten wir guten gewissens ENDLICH die Heimreise antreten. Und schon wartete das nächste kleine Abenteuer auf uns: Vor uns fuhr ein Auto mit „Iron Maiden“ Schriftzug auf der Rückscheibe. An einer Ampel hielt der Fahrer an, da diese auf rot umsprang. Was dann passierte kann man eigentlich nur so beschreiben: Wir wurden STARK GEOWNED! Die Ampel sprang auf grün um und er bewegte sein Gefährt langsam nach vorne, um dann auch direkt wieder anzuhalten. Das tat er ein paar mal. Immer in winzig kleinen Abständen. Die Ampel drohte wieder rot zu werden und der Arsch fuhr endlich los. Er hat echt so lange gewartet, bis es wieder rot wurde und ist dann erst losgefahren. Wir standen dann natürlich vor der roten Ampel und durften wieder ’ne halbe Ewigkeit warten, bis sie wieder auf grün umsprang. In der Ferne konnte man das Gelächter förmlich riechen!

Der Rest der Reise verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle und nun sitze ich hier seit ca. 01:30 Uhr vor’m Computer und schreibe diesen Konzertbericht hier :D. Es ist jetzt 04:00 Uhr. Ich schätze mal die reine Schreibzeit, also abzüglich der Internetrecherche nach der Setlist (die ich nicht gefunden hab), die einige Zeit in Anspruch nahm, beträgt um die 2 Stunden.

Habt dank für’s lesen! Es erfreut mich immer wieder :D.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: