Betriebsausflug zum deutschen Auswandererhaus

7. Juni 2008 at 12:39 am (Hauptblog)

Heute machten wir mit 15 Personen einen Betriebsausflug. Um 14:15 Uhr wurde Feierabend gemacht und wir fuhren alle zur Fähre in Blexen. Von dort aus ging es rüber nach Bremerhaven, wo wir direkt zum deutschen Auswandererhaus gingen. Dort erwartete man uns bereits und wir wurden herausgebeten (xD), wo wir dann gemütlich Kuchen aßen (ein Stück >_>) und etwas tranken.

Als alle fertig waren gingen wir wieder hinein und unsere Führerin Marta sammelte uns ein. Jeder bekam einen gelben Punkt von ihr auf die Brust gebatscht – wir waren die gelbe Gruppe, YEAH! Außerdem erhielt jeder einen Zettel, auf dem unter anderem der Name und das Datum der Auswanderung der jeweiligen Person stand. Nur so nebenbei: Wir waren die einzige Gruppe (neben ein paar Kindern…). Von nun an konnte man seine Karte immer auf entsprechende Scanner batschen, woraufhin man etwas vorgeblubbert bekam. Teilweise war das sogar recht interessant, aber leider ließ man uns kaum Zeit. Gerade hörte man ein bischen etwas davon, da musste man auch schon wieder weiter. In Ruhe etwas zuende hören war nicht drin, was sehr schade ist. :/

So kam es auch, dass ich noch kein Motiv im ersten großen Raum gefunden hatte, als es auch schon weiterging. Mein Weg zum Ausgang führte mich aber, wirklich nur ganz zufällig (!), hieran vorbei.

Bier tranken die Armen und Sekt die Reichen… Danach erzählte Marta wieder ein bischen was über den nächsten Raum, bevor wir diesen betraten. Hier waren unzählige Schubladen, die man öffnen und in die man hereinschauen konnte.

Jede davon war mit einem Namen beschriftet. In den Schubladen befanden sich persönliche Gegenstände oder zeitliche Dokumente der jeweiligen Person – ein riesen Archiv also! Leider war auch hier nicht viel Zeit, so dass ich nur sehr wenige dieser Schubladen öffnete. Einige ließen sich aber ohnehin nicht öffnen, da sie aus datenschutztechnischen Gründen verschlossen waren.

Wie dem auch sei, jedenfalls sollte hier jeder den Namen der Person, die auf seinem Zettel stand heraussuchen und sich den Text dazu anhören. Im Bild oben sieht man den Scanner, auf den man die Karte legen musste und den Hörer, durch den man dann hören (!) konnte. Ich hatte übrigends einen Frauennamen auf meinem Zettel stehen und wanderte in die U.S.A. aus. In dem Raum gab es außer diesen Schubladen noch 4 oder 5 Schränke, die jeweils eine Epoche darstellen sollten. Den Inhalt von einem möchte ich hier mal als Beispiel zeigen:

Die Auswanderer mussten größte Strapazen auf sich nehmen, um eine Reise in die U.S.A. antreten zu können, denn so eine Reise kostete umgerechnet mehrere tausend Euro. Man verkaufte Haus und Hof um diese Reise finanzieren zu können. Viele Menschen starben sogar bei der Überfahrt, was nicht zuletzt an den miserablen hygienischen Zuständen lag.

Die Menschen wurden dann nach ihrer langen Reise erst einmal auf eine Insel (Ellis Island) vor New York gebracht, wo sie noch ein paar Fragen in sehr kurzer Zeit beantworten mussten. Im Bild oben rechts sieht man, dass etwa 3% aller Auswanderer abgelehnt worden sind und in ihr Heimatland zurückfahren mussten. Für diese Personen war alles vergebens… Auch sehr interessant fand ich eine alte Zeitung, die auf einem Tisch lag. Mangels Zeit konnte ich diese aber leider nicht lesen… Mal sehen vielleicht versuche ich das ja noch mittels dieses Bildes nachzuholen (Ich habe es in einer besseren Qualität):

Hiernach durchschritten wir die nächste Tür und durften nun den großen Dampfer betreten. Von unten aus hatte man auch einen guten Blick auf die Puppen, die Auswanderer verschiedener Zeitepochen darstellen. Diese befanden sich bereits ziemlich am Anfang (in dem selben Raum, wo der Alkohol stand, ich aber keine Zeit zum fotografieren hatte).

Das Innenleben des Dampfers fand ich jetzt nicht sonderlich spannend, so dass ich hier kaum Fotos schoss… Zunächst einmal sahen die Koffer damals so aus:

Hier konnte man auf drei Bildschirmen kurze Sequenzen sehen, die Schiffe und deren Betretung durch Migranten zeigten. Diese Schiffe standen auch noch in einem großen Schaukasten. Dies sind Modelle der Schiffe, die damals zu verschiedenen Zeiten den Atlantik überquerten. Leider konnte ich hier kein wirklich gutes Foto von allen schießen, da es nur wenige, nicht ideal platzierte, Gucklöcher gab.

Im Inneren des Schiffes sah man außerdem noch mehrere Zimmer der dritten, sowie der zweiten und ersten Klasse. Während die Menschen aus der dritten Klasse ehlendig vor sich hinvegetieren mussten, ließen es sich die aus der ersten Klasse richtig gut gehen. Hier mal ein Blick in die Speisekammer:

Dieses Zeichen soll nicht etwa den Weg zum WC symbolisieren (währe aber als solches äußerst amüsant^^), sondern den Weg zur Befragung. Hunderte von Menschen warteten hier darauf, dass sie aufgerufen werden. Jede Person musste 19 Fragen beantworten und hatte pro Frage nur fünf Sekunden Zeit, während ihm besagte hunderte, ungeduldig dreinschauende, Personen im Nacken saßen. Körperlich und geistig Behinderte wurden hier schon gleich nach Hause geschickt.

Als ich selbst den Test beendete war auch mein Ergebnis, dass ich abgelehnt wurde… und das nur weil ich angab schon mal im Knast gewesen und anarchistisch zu sein. ^^

Nunja danach ging es in den nächsten Raum, in dem man noch einmal etwas zu der Person, die auf seinem Zettel stand, erfahren konnte. Entweder las man das ganze selbst (so wie ich), oder man ließ es sich wieder vorlesen. Hierbei fand ich heraus, dass meine Protagonistin wohl 10 Kinder hatte. Sehr interessant war auch eine große Karte der U.S.A. in der Mitte des Raumes, auf der verschiedene deutsche Städtenamen via LED angezeigt wurden. Ja richtig gehört, deutsche Städtenamen in den U.S.A.. Berlin zum Beispiel war hier sehr beliebt und in ziemlich vielen Staaten vorhanden. Über dieser Karte hingen noch einige hübsch beleuchtete Briefe etc., die ich mir aber leider aus Zeitgründen auch nicht mehr ansehen konnte. Ich machte aber ein Foto davon, weil ich es so hübsch fand. :)

Das hat etwas von ’nem Abenteuer oder? Mich erinnert es jedenfalls an diverse Abenteuerfilme, wo man alte Dokumente untersuchte und darin auf unglaubliches stieß. Wie schon erwähnt war die Zeit zu kurz und Marta schlurfte uns weiter in ein kleines Kino, wo wir uns einen Film über deutsche Immigranten in Argentinien ansahen. Sehr interessant das ganze (auch wenn ich fast eingeschlafen wäre). Zum Schluss gab es noch eine kleine Ausstellung zum Thema deutsche Immigranten in Argentinien, die ich mir aber nur flüchtig ansah… keine Zeit halt.

Im allerletzten Raum standen einige iMacs herum, die mit einer Internetplatform verbunden waren, auf der man Nachforschungen zu seinem Familiennamen anstellen konnte. Wie ich erwartet hatte, waren unendlich viele Personen mit meinem Namen in die U.S.A. und umliegende Länder ausgewandert. Vermutlich sogar irgendwelche Vorfahren, aber kennen tue ich keinen davon. Familie Beutlin ist übrigends nie ausgewandert… ^^

Abschließend bedankte Marta sich noch für unser Interesse und wirkte (wie schon die ganze Zeit) extrem freundlich. So wie ein Roboter nämlich – sie funktionierte einfach. Naja wenn man den ganzen Tag so viel palabert, dann muss man da ja auch irgendwie einen Weg finden. Wahrscheinlich hat sie innerlich geweint, dass wir uns doch beeilen sollten und sie nach Hause wolle.

Nach Hause gingen wir noch nicht, denn unser Weg führte uns ins Atlantic Hotel Sail City, vor dessen Eingang zwei alte Mercedes(se?) standen. Hier fand eine Hochzeit statt. Wie uns unser Kellner später insgeheim mitteilte gab das Brautpaar wohl nur für die Planung 40.000€ aus… Sie feierten nur im kleinen Rahmen sagten sie. ^^ Man hats ja…

Im Hotel gab es ENDLICH Essen. Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen, außer dem Stück Kuchen, dass der Praktikant am morgen ausgab und dem Stück Rabarberkuchen beim Auswandererhaus. Als Vorspeise gab es eine Suppe, die zum Glück nur leicht nach Tomate schmeckte. Ich würgte sie runter. Dann kam die Hauptspeise. Man konnte im Voraus zwischen einem Fisch- und einem Fleischgericht wählen. Natürlich entschied ich mich für Fleisch. Es gab Schweinemedaillons mit Röstis und Rahmkohlrabi (wäh!). Zum Nachtisch wurde uns noch ein kleiner Salat serviert. Die Früchte darin schmeckten irgendwie nach Birne… vermutlich waren es auch Birnen. ^^ Auf jeden Fall war das ganze sehr exquisit und der Kellner schaute ständig nach, ob noch irgendetwas fehlen würde, bzw. ob er schon etwas abräumen könnte. Mein Fall war das ja nicht, ich finde sowas immer total affig. Aber nun gut, es ist halt auch ein sehr nobles Hotel.

Eine meiner Kolleginnen fragte den Kellner, ob wir vielleicht mal auf das Dach könnten, was wir tatsächlich durften. So fuhren wir binnen Sekunden vom ersten in den 19. Stock und erklommen noch ein paar weitere Treppen. Die Aussicht war GIGANTISCH!

Ich machte dort oben noch einige andere Fotos, aber die meisten wurden nichts, da die Entfernung einfach zu groß war. Dafür war es aber wirklich schön dort. Es wehte eine angenehme Brise und sowieso. WOW. :)

An den folgenden Bildern ist besagte Brise schuld:

Don Mattis und meine Wenigkeit

Meine Wenigkeit und Sir Ratschii

Zu guter Letzt verließen wir die Örtlichkeit wieder und genossen noch einmal die frische Luft auf der Fähre, bevor es entgültig gen Heimat ging. :)

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2 Kommentare

  1. künstli.ich said,

    Also ich hab mir nur die Bilder angeschaut und den letzten Satz durchgelesen, da mir der Beitrag einfac wieder zu füllig,gezogen und schlaff geschrieben ist. sorry, ist aber die wahrheit.
    und zum letzten satz: du schaust net so aus als würdest du die frischeluft genießen. das is a psychoblick-bild! xD (das dak verräterischen schatten selbst fotographiert wurde!)

  2. derSich said,

    Ja mai ich wollt auch ein Bild von mir auffm Dach… Nur Ratschii hat sich da irgendwie ins Bild gedrängt und krault seinen Magen oder so… lol
    Dass es scheiße geschrieben ist, dessen bin ich mir bewusst. Aber ich hab es bei meinem Müdigkeitsgrad zu nichts besserem gebracht. ^^

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